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„ne janz nördlich Stadtteil“ – das
damalige Mehrheim lksrh., unser heutiges Köln Weidenpesch,
„ohne noch en Fastelovendsschmölzje, dat wör doch Sünd
jedonn an dä Freud un am Fruhsinn“, so meinten im Sommer
1951 fünf stattliche Herren eines Sonntags-Stammtisch. Sie
nahmen ihren ganzen Mut zusammen und das Herz in die Hand
und gründeten am 23. Mai 1951 eine Karnevalsgesellschaft und
tauften sie
„Kölsche Boor“
Im
Jahre 1960 erfolgte dann offiziell die Umbenennung der
Gesellschaft in:
„Karnevalsgesellschaft Seiner
Deftigkeit Kölsche Boor e.V. 1951“
Unter Emil Klein, dem damaligen Baas des Stammtisches, der
dann auch als erster den Vorsitz der
„KG Kölsche Boor“
übernahm, begannen die Bemühungen, am nördlichen Einfallstor
unserer Heimatstadt Köln, ein Hüter und Betreuer echten
Kölner Brauchtums im Zeichen der Freude und des Frohsinns zu
werden.
Gleichzeitig bemühte man sich, den Kreis der Interessenten
zu vergrößern und schon gelangen die ersten Veranstaltungen,
die im ehemaligen Restaurant
„Zur Post“ und im Tribünensaal der Pferde-Rennbahn
stattfanden.
Man horchte auf im damaligen Mehrheim, denn die kleine Schar
der „Kölsche
Boore“ stellte unter
Beweis, dass sie es verstanden, Festivitäten zu arrangieren
und es fanden sich recht schnell Männer die bereits ihre
Erfahrungen im Kölner Karneval gemacht hatten und nunmehr
der Gesellschaft mit Rat und Tat zur Seite standen.
So wurde im Herbst 1952 unser verstorbener, späterer
Ehrenpräsident, Helmut Baumann, für den Präsidentenstuhl
gewonnen und er übernahm auch
gleichzeitig das Amt des 1. Vorsitzenden. Nach
weniger Zeit gelang es ihm, Josef Schulte als 2.
Vorsitzenden und Jakob Mertens als 1. Literaten für die KG
zu gewinnen.
Das Aufblühen der Gesellschaft erforderte für den immer
größer werdenden Freundes- und Interessentenkreis, sich um
geeignete Räumlichkeiten für die durchgeführten
Veranstaltungen zu bemühen. So wurden in den folgenden
Jahren die Veranstaltungen im alten Saal des Pfarrheimes
„Heilig Kreuz“, weiter im Tribünensaal der Pferde-Rennbahn,
im Niehler Ballhaus und nach dem Umbau auch wieder im
Pfarrheim „Heilig Kreuz“, durchgeführt.
Von 1971 bis 1978 hatte die KG dann das Stammquartier im
Casinosaal der ehemaligen Glanzstoffwerke. Hier wurde nach
den eigenen und den Vorstellungen der Besucher eine höchst
geeignete Veranstaltungsstätte gefunden, in der in diesen
Jahren unvergessliche Stunden verlebt wurden.
Mit zunehmender Mitgliederzahl wurde auch die
Verantwortung der Gesellschaft für die Durchführung ihrer
beliebt gewordenen Veranstaltungen und der anfallende
Aufgabenbereich immer umfangreicher. Um hier allen
Anforderungen gerecht zu werden, entschloss sich die
Gesellschaft, die verantwortliche Führung aufzuteilen und
das Amt des 1. Vorsitzenden gesondert zu vergeben.
Neben Präsident Helmut Baumann übernahmen das Amt des 1.
Vorsitzenden in der Reihenfolge die Herren Fritz Brüne,
Josef Kircher, Peter Hirsch, Helmut Baumann, Josef Schulte,
Theo Schulte Heinz Kistein, Peter Eudenbach, Johann Walther
und Willi Thiel. Danach übernahm Bernd Fischer das Amt des
1. Vorsitzenden.
Darüber hinaus galt es aber auch, zu allen Freunden und
Gönnern der Gesellschaft einen regen und wohlgepflegten
Kontakt –auch außerhalb der Sessionszeit- aufrecht zu
erhalten. Hier sei insbesondere auf die Familientour, das
Boore-Schießen, die Herrentour und die Weihnachtsfeier
hingewiesen. Hierzu wurde das Amt des Senatspräsidenten
geschaffen. Dieses
aufopferungsvolle Amt bekleideten in der Reihenfolge
die Herren Adam Brüne, Karl Krähmer. Johann Walther, Willi
Thiel und Erwin Jansen. Nach dem allzu frühen Tode von Erwin
Jansen übernahm Willi Thiel wieder das Amt des
Senatspräsidenten. Er ist mit seinem Senatsvorstand, Helmut
Arf und Hans Kohlhaus, ein nicht zu übersehender
Sicherheitsfaktor der Gesellschaft, das übernommene Erbe zu
pflegen und jederzeit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Die langjährige Amtszeit von Helmut Baumann als Präsident
der KG ging 1977 zu Ende, da er aus gesundheitlichen Gründen
sein Amt aufgeben musste. Dann forderte das Leben seinen
Tribut. Für seine 26 jährige Tätigkeit als Präsident der
Gesellschaft wird sein Andenken stets bewahrt und sein
Wirken soll einen ehrenden Platz in der Gesellschaft finden.
Ihm folgte Günter Sass als Präsident, der dieses Amt für 2
Jahre übernahm. In seiner Amtszeit wurde auch den Anträgen
der Gesellschaft um Aufnahme in das „Festkomitee Kölner
Karneval von 1823 e.V.“ sowie in den „Bund Deutscher
Karneval“ wohlwollend stattgegeben, sodass die Gesellschaft
nunmehr voll in das Geschehen des Karnevals integriert war.
In diese Zeit fielen die
Aufkündigung des Saales in den Glanzstoffwerken und die
Bemühungen, ein neues Domizil für unsere Veranstaltungen zu
finden. Dem Vorstand gelang es, zu diesem Zweck nunmehr den
Festsaal des “Senats-Hotels“ in der Innenstadt zu belegen.
Hier war die Gesellschaft bestens untergebracht. Ebenfalls
kam von Günter Sass die Anregung, die ehemaligen Bauern aus
den Dreigestirnen auf unsere Herrensitzungen einzuladen und
zu Ehrenmitgliedern zu ernennen, was in den Folgejahren mit
viel Erfolg geschah.
In der Session 1980/1981 und 1981/1982 übernahm Manfred Wolf
als Sitzungspräsident die Leitung der durchgeführten
Veranstaltungen.
1983 ist Bernd Fischer als 1. Vorsitzender nun
gleichzeitig Präsident
der KG. Mit viel Geschick, Bravour und seinem
jugendlichen Elan hat er diese Aufgabe hervorragend
gemeistert. Unter seiner Regentschaft nahm die Gesellschaft
1988 mit einer Fußgruppe und 1992 anlässlich des 40 jährigen
Jubiläums mit einem Prunkwagen und einer Fußgruppe am
Rosenmontagszug teil. Nicht vergessen sein soll die
regelmäßige Teilnahme der Mitglieder der Gesellschaft bis
1991 an den Dienstagszügen in Köln-Weidenpesch und ab 1993
am Weidenpesch-Nippeser Zug, zu dem sowohl die Mitglieder
als auch Gäste noch einmal tief in die Taschen greifen, um
ihre Freude am Karneval und der gelungenen Session Ausdruck
zu verleihen und der Bevölkerung gegenüber Dank für die
Treue zur Gesellschaft zu bekunden.
Da die Termine unserer Monatsversammlungen nicht mehr
gewährleistet waren, verließen wir nach 40 Jahren unser
Gesellschafts- und Gründungshaus und zogen in die Gaststätte
„Alt Merheim“ in Köln-Weidenpesch, wo uns ein
Versammlungsraum zur Verfügung gestellt wurde.
Durch einen Wechsel in der Direktion des „Senats-Hotel“
wurden auch hier neue Bedingungen geschaffen, die mit
unseren Interessen nicht überein stimmten. Wir verlegten
deshalb auch unsere Veranstaltungen ab der Session
1992/1993:
Die Herrensitzung unter dem Motto
„Herrensitzung im Veedel“
in die Gaststätte „Alt Merheim“ und unsere
„Prunk und Kostümsitzung“
in den Ostermannsaal der Sartory Betriebe. Der Erfolg
veranlasste die Gesellschaft diese Schritte beizubehalten.
Zusätzlich hat die Gesellschaft von
1992 bis 1994 die Leitung der Seniorensitzung in den
Riehler-Heimstätten in Köln übernommen. Es macht viel Spaß,
den älteren Leuten eine Freude zu bereiten. Ab 1995 wurde im
Saal der Heimstätten keine Veranstaltung mehr durchgeführt.
Der Saal musste wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Ein
Neubau soll entstehen.
1992 bekamen die
Gesellschaftsmitglieder eine neue Litewka in der Farbe
königsblau
.
1993 stimmten die Mitglieder einer
neuen Satzung zu. Wichtigster Bestandteil:
Es gibt zukünftig einen
geschäftsführenden und einen erweiterten Vorstand.
Wenn die
„KG Seiner Deftigkeit Kölsche Boor e.V. 1951“
in der Session1994/1995 auf ihr 44 jähriges Bestehen zurück
blicken kann, so darf sie stolz darauf sein, dies von einem
würdigen Platz unter den Karnevalsgesellschaften unserer
Vaterstadt tun zu dürfen.

Aufnahme
zum 44 jährigen Jubiläum im Rathaus
Durch unsere damaligen
Veröffentlichungen im Terminkalender des Tourismus Office
(früher Verkehrsamt) der Stadt Köln wurden viele auswärtige
Gäste angesprochen unsere Veranstaltungen zu besuchen, so
z.B. aus Bad Neuenahr, Berlin, Düsseldorf, Freudenberg,
Hagen, Herdecke, Hilden, Meerbusch, Mettmann, Neuwied,
Ritterhude, Stolberg, Wachtberg, Winningen und wir konnten
auch schon Gäste aus Kanada bei uns begrüßen.
Unser Geschäftsführer Paul Großmann
feierte seinen 75. Geburtstag. Er war für die Gesellschaft
seit 30 Jahren ununterbrochen tätig, gewiss keine
Alltäglichkeit. Wir wünschten ihm für sein weiteres Schaffen
alles Gute und vor allem Gesundheit und Vitalität.
Hiernach folgten in kürzeren
Zeitabständen Wilfried Sürth und Jürgen Fuhrmann.
Im Mai 2001 feierten wir im
Prinzengardeturm zu Köln vor großer Gesellschaft unser 50
jähriges Jubiläum. Wenn wir auf diese 50 Jahre
zurückblicken, können wir stolz auf das sein, was wir
erreicht haben.
Leider zogen in der Folgezeit einige
dunkle Wolken am Horizont auf. Hat sich die Gesellschaft
anlässlich dieses Jubiläums finanziell übernommen?
Die bis dahin lange Tradition der
jährlichen Prunk- und Herrensitzungen musste aufgegeben
werden. Die Besucher strömten nicht mehr so zahlreich in die
Säle der
veranstaltenden Karnevalsgesellschaften und dies bekam auch
der „Kölsche
Boor“ zu spüren.
Zur Verbesserung der finanziellen
Ausstattung der Gesellschaft, der bisher ausschließlich
Herren angehörten, boten die Damen ihre Unterstützung an.
Der Vorstand verständigte sich auf eine fördernde
Mitgliedschaft ohne Stimmrecht. Interessierte Damen konnten
nunmehr zu einem verminderten Jahresbeitrag Mitglied im
„Kölschen
Boor“ werden.
In diese Zeit fiel auch die Aufgabe
unseres Veranstaltungssaales und des Gesellschaftsraumes
aufgrund von Eigentümerwechsel und Umbaumaßnahmen der
Gaststätte „Alt Merheim“. Ab dem Jahre 2008 mussten wir den
Raum, wo so viele ernste und auch fröhliche Stunden
verbracht wurden, räumen. Das tat allen
Gesellschaftsmitgliedern sehr leid und war ein weiterer
Einschnitt. Hatten doch viele Mitglieder finanziell und
durch ihre aktive Arbeit diese Versammlungsstätte erst
ermöglicht.
Es sollte weiter gehen und so
kreierten wir für unsere Gesellschaft die karnevalistische
Matinee. Eine Veranstaltung zwischen Prunk- und
Herrensitzung, ein verlängerter Frühschoppen mit Damen.
Das Konzept ging auf!
Für die Durchführung unserer
Veranstaltung, dieser karnevalistischen Matinee, wählte der
Vorstand nunmehr wieder den Pfarrsaal „Heilig Kreuz“,
wollten wir doch mit unserer Matinee dort bleiben, wo unsere
Anfänge lagen, in Köln-Weidenpesch.
Mit Einführung dieser Matinee, mit
Damen wie Herren unter den Besuchern, verzeichneten wir zu
unserem großen Bedauern, einen deutlichen Rückgang des
Besuches ehemaliger Bauern des „Kölner Dreigestirns“. Unsere
Bemühungen, diese Tradition nicht sterben zu lassen, waren
nicht von Erfolg gekrönt. Der Vorstand verzichtete in der
Folgezeit entsprechende Einladungen auszusprechen.
Bernd Fischer, unser Präsident,
feierte 2008 sein 25 jähriges Präsidentenjubiläum bei seinem
„Kölschen Boor“. Auf
eigenen Wunsch stellte er sein Amt zur Verfügung. Sein
Nachfolger als 1. Vorsitzender und Präsident, Jürgen
Fuhrmann, ernannte Bernd Fischer, Träger vieler und höchster
Auszeichnungen im Karneval, zum Ehrenpräsidenten der
Gesellschaft.
Am heutigen Internetzeitalter geht
auch der „Kölsche Boor“
nicht vorüber und kreierte seinen Internetauftritt im Jahre
2009 unter
www.koelscheboor.de
Der Vorstand hielt es im Mai 2010,
trotz anderslautender Stimmen, für geboten, den der
Gesellschaft angehörenden Damen auch volles Stimmrecht
einzuräumen. Der verminderte Jahresbeitrag wurde nicht
verändert.
2011, im Jahr des 60 jährigen
Bestehens, modifizierte die Gesellschaft ihre Satzung aus
dem Jahre 1993 und verabschiedete die neue Satzung
einstimmig.
Der offizielle Name der Gesellschaft
lautet nunmehr
"Karnevalsgesellschaft Seiner
Deftigkeit Kölsche Boor 1951 e.V.“
Der geschäftsführende Vorstand
besteht bis zur Zeit aus den Personen Jürgen
Fuhrmann, 1. Vorsitzende und Prädident, Heribert Welsch,
Otto Rempe, Franz Josef Fassbender und Hans Huppertz.

Im Herbst des Jahres 2011 ist der
„Kölsche Boor“ eine
Kooperation mit der Tanzgruppe
„De Heinzelmänncher zo Kölle von 1999 e.V.“
eingegangen.

Ziel dieser Vereinigung ist die
gegenseitige Unterstützung und neue Kontakte zu gewinnen in
und außerhalb des Karnevals und die nunmehr gemeinsame frohe
Pflege des Brauchtums.
Hierzu wurde ein Ansteckpin
entwickelt mit dem Slogan
„echte Fründe stonn
zosamme“

Unter der Fahne des
„Kölschen Boor“ bemühen wir uns, sowohl allen unseren
Mitgliedern, als auch unseren treuen Freunden unter Beweis
zu stellen, wie urwüchsige Deftigkeit und echter kölscher
Humor, Inhalt und Gestalt einer Karnevalsgesellschaft werden
können, wenn man sie dann mit dem Herzen aufnimmt und in
gepflegter Art und Weise wieder zu verschenken versteht.
Obwohl in den letzten Jahren etliche
Damen und Herren den Weg zu Freude und Frohsinn in unsere
Gesellschaft gefunden haben, wäre es zu begrüßen, wenn im
Raume Köln noch recht viele Damen und Herren bereit wären,
sich nach harten Stunden im Alltag auch einige der
Entspannung, durch fröhliche Ungezwungenheit im Kreise von
Freunden, zu gönnen und als treue Mitstreiter für unseren
schönen kölschen Fasteleer unserer Gesellschaft mit
Tradition beitreten würden.
Gehen wir mit dem festen Vorsatz in
die Zukunft, auch weiterhin ein würdiger Bannerträger der
Freude und des Frohsinns bleiben zu wollen, zum Wohle und
Gedeihen der
„KG Seiner Deftigkeit Kölsche Boor
1951 e.V“
und der Tanzgruppe
„De Heinzelmänncher
zo Kölle von 1999 e.V.“
Es gibt noch viel zu tun, packen wir
es an. Zum Wohle der Gesellschaft und zur Freude unserer
Gäste.
MAACH
D´R
FREUD SU
LANG ET
GEITH, DENN
ET LEVVE
DOTH KEIN
IWIGKEIT
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